Tourenbericht

Hochtourenwochenende auf der Lenkjöchlhütte - Südtirol - Venedigergruppe

Führungs- bzw. Ausbildungstour vom 28. bis 30. August

Es war eigentlich von vorneherein klar, dass wir bei dieser schlechten Wetterprognose uns gar nicht mal auf den Weg ins abgelegene Ahrntal machen brauchen mit dem Ziel, die Rötspitze oder die Dreiherrenspitze zu besteigen. 2 Tage vor dem Wochenende bekam ich von einigen Teilnehmern, die sich bei mir im Garten zu einer Vorbesprechung versammelten, zumindest so viel Zuversicht, dass keiner von uns zuhause bleiben wollte.
Es musste also ein Plan B her!

Ich schlug vor, dass wir im Falle eines wetterbedingten Totalausfalls auch die Möglichkeit hätten, uns die Zeit auf der Hütte mit z. Bsp. Theorieunterricht zu vertreiben. Es kam zudem der Gedanke, dass wir auch Pickel als T-Anker vergraben könnten, darüber hinaus auch Steigeisen – Gehtechniken bzw. Sturztechniken am Gletscherrand Nähe der Hütte üben könnten!
Das alles ginge auch bei schlechtem Wetter.

Auf jeden Fall waren wir alle, was das Wetter anging, trotzdem optimistisch und wir fuhren wie geplant nach Südtirol.
In Kasern bzw. Prettau angekommen zeigte sich der Himmel beim Aufstieg durch das Röttal noch durchaus freundlich, an der Hütte angekommen wurden wir vom jungen Hüttenwirt Chris mit einem mit Hopfen angereichertem Kaltgetränk freundlichst begrüßt. Die Stimmung in der Gruppe war hervorragend, ich denke, jeder einzelne von uns wollte einfach mal raus nach den letzten Monaten mit vielen Einschränkungen und wir genossen die südtiroler Gastfreundschaft.

EEine ausführliche Tourenplanung mit der Gruppe am Abend auf der Hütte brachte uns am nächsten Tag dennoch soweit, dass wir zumindest den Hohen Rosshuf mit 3199 m bei der schlechten Wetterprognose erreichten. Leider hatten wir auf dem Weg dorthin, der übrigens der gleiche Weg wie zur Dreiherrenspitze ist, nach dem Hinteren Umbachtörl keinerlei Gletscherkontakt.

Die DAV Karten hatten uns, was den aktuellen Gletscherstand betrifft, zur allgemeinen Verwunderung gebracht. Nicht mal mehr der Gipfelanstieg zum Hohen Rosshuf war vergletschert, dieser war doch in der Karte noch so schön „eisig“ dargestellt!
So wurde schließlich unsere Hochtour zur Felstour. Leichte Kletterpassagen bis Schwierigkeitsgrad III mussten beim Gipfelanstieg nun überwunden werden.Beim Abstieg war ich dann gefordert. Zuerst mit dem Einrichten eines Fixseils, wo sich jeder Teilnehmer mit Prusik sichernd am Seil hinunterhangeln konnte, später dann mit kurzen Abseilaktionen an zwei steilen Abschüssen.

Als wir zurück auf der Hütte waren, kam eine halbe Stunde später dann das vorhergesagte Kaltfrontgewitter. Da wir Weilheimer Hochtourengruppe nun diesen Abend alleine auf der Hütte waren, gab es ausreichend Platz für uns und wir konnten einen einmaligen, schönen Hüttenabend genießen. Am nächsten Morgen konnten wir anhand der schwierigen Wetterlage zumindest noch etwas Theorie zu den Themen Gletscherkunde und Wetterkunde machen, ehe uns ein kleines Zeitfenster am Frühnachmittag einen halbwegs trockenen Abstieg bescherte. Ein rundum gelungenes Wochenende mit 7 starken Teilnehmern – vielen Dank!

Andreas Richter (Trainer B Hochtour)