Tourenbericht

Amberger Hütte - Schrankogel​

Hochtour in den Stubaier Alpen

Mit fünf Teilnehmern starteten wir am Freitag, den 5. Juli mit dem Fahrrad von Grieß im Ötztal hinauf zur Amberger Hütte, mit dem Ziel, den Windacher Daunkogel und den Schrankogel zu besteigen. Zwei Teilnehmer von der Truppe sollten am selben Abend noch auf die Hütte nachkommen.

Nachdem wir uns nach Ankunft ein wenig gestärkt hatten, die Schlafplätze hatten wir auch gleich bezogen, wollten wir den angebrochenen Nachmittag gleich noch nutzen und stiegen hinter der Hütte direkt hinauf zum Vorderen Sulzkogel. Das Wetter war herrlich, vom Gipfel aus hatten wir einen richtig schönen Blick zum Schrankogel hinüber. Nach dem schneereichen Winter waren noch deutlich Altschneefelder im Gipfelbereich des Schrankogels zu sehen, so das wir uns am nächstenTag entschieden, Pickel, Seil und Steigeisen mitzuführen. Wir wählten die längere Abstiegsvariante vom Vorderen Sulzkogel zurück zur Hütte und kamen etwas zu spät zum Abendessen. Die strenge, aber durchaus freundliche Bedienung hatte sich schon gefragt, wo wir abgeblieben sind. Unsere beiden „Nachkömmlinge“ Petra und Flo warteten bereits auf uns.

Wir hatten es nun recht gemütlich auf der überaus schönen Hütte mit einer üppigen Verpflegung. Als wir uns später in unsere Schlafkämmerchen zurückgezogen haben, hatte sich Lars noch köstlich amüsiert. Da es so dunkel war, das man nicht mal mehr die Hand vor Augen sah, tappte ich lange herum, um den Lichtschalter zu finden. Ich hatte ihn meiner Meinung nach endlich gefunden, er ging aber nicht! Aber warum ging der blöde Schalter nicht?
Bis wir draufgekommen sind, ich hatte eine Feuchtraumsteckdose mit dem Lichtschalter verwechselt und Lars hat sich nicht mehr eingekriegt vor lauter lachen – was für ein Spaß!

Am nächsten Morgen starteten wir alle hochmotiviert los zum Schrankogel. Dieser wunderbare Berg, wie eine dunkle Felspyramide trohnt er überm Sulztal und wegen seiner beachtlichen Masse und seinen kühnen Linien ist er mit Sicherheit eine der imposantesten Erhebungen zwischen Ötztal und Brenner. Wir wählten den Aufstieg zuerst zum Hohen Egg und dann weiter über den Westgrat, der in herrlicher, leichter Blockkletterei zum Gipfel führte. Pickel und Steigeisen kamen nicht zum Einsatz, erst kurz vor dem Gipfel hatten wir Schneekontakt, man konnte sich aber problemlos im weichen Schnee bis zum Gipfel weiter fortbewegen. Nach Abstimmung, welchen Weg wir nun nach unten wählen sollen, kletterten wir den herrlichen, schnittig wirkenden Ostgrat, der größtenteils aber als leicht begehbarer Felskamm, immer wieder mit leichten Kletterpassagen bis Grad II hinunter Richtung Schwarzenbergferner führt. Bei den heutigen Verhältnissen bietet sich die Überschreitung des Berges wunderbar an.

Am nächsten Tag hat sich das Wetter dann derart verschlechtert, das uns am Morgen nichts anders übrig blieb als uns auf das Fahrrad zu setzen, um hinunterzufahren. Aber, das Hauptziel, der Schrankogel war bestiegen und wir fahren nun alle glücklich nach Hause.

Andreas Richter (Trainer B Hochtour)