Tourenbericht

Zsigmondyspitze (Hochtourengruppe)

Aufs "Matterhorn" des Zillertals über den Südgrat

Die Hochtourengruppe war am vergangenen Wochenende auf der Zsigmondyspitze – auch Feldkopf genannt – der auch als das „Matterhorn“ des Zillertals bezeichnet wird. Der Anstieg über den Südgrat (300 Klettermeter Schwierigkeitsgrad III) ist eine der beliebtesten, leichten Gratanstiege in den Zillertaler Alpen.
 
Wir waren unterwegs nach dem Motto „wenn das Wetter Pause macht, greifen wir an!“
Am Samstag gehen wir durch den Zemmgrund an der Alpenrosenhütte vorbei erst mal auf die Berliner Hütte. Um uns für den großen Tag vorzubereiten, machen wir am Nachmittag Nähe der Hütte noch ein paar Seiltechnikübungen bzw. die Abläufe bei einer Dreierseilschaft werden verinnerlicht. Das Wetter sollte sich eigentlich nachts beruhigen.

Um 5.00 Uhr am nächsten Morgen geht der Wecker, es regnet in Strömen! „Nicht schon wieder“, ich sitze verzweifelt an der Bettkante! Jetzt laufen wir einfach mal los Richtung Melkerscharte, zumindest ab 7.00 Uhr beruhigt sich das Wetter etwas. Dort angekommen, wir können es gar nicht glauben, das Wetter wird besser! Nach Norden freie Sicht und da steht sie, die Zsigmondyspitze. Wir gehen gleich hinüber zur Feldkopfscharte und ehe ich fragen wollte, ob wir es nun doch wagen sollten, hat jeder seinen Gurt schon an.

Michij.. führt die zweite Seilschaft voran. Glücklicherweise haben wir beim Klettern immer Sicht und es ist halbwegs trocken. Nach 3 Stunden Klettern stehen wir zu Sechst auf dem kleinen Gipfel und keiner von uns hätte heute morgen gewettet, dass das noch was wird! Ein Bergführer sagte heute früh noch zu Robert an der Hütte: „Die Zsigmondyspitze, das könnt Ihr heute vergessen!“

Beim Abseilen bzw. Abstieg wurde der Fels im unteren Drittel noch Nass durch einen kurzen, erneuten Schauer und genau da müssen wir jetzt noch Abklettern – „Nochmal volle Konzentration Leute, wir sind gleich an der Scharte zurück!“
Lang hat’s gedauert.
Um ca. 18.30 Uhr laufen wir erst in die Berliner Hütte ein und verpflegen uns noch. Wirklich lang Pause hatten wir nicht in den letzten elfeinhalb Stunden! Um 22.00 Uhr am Parkplatz angekommen steigen wir glücklich in die Autos und sind um Mitternacht wieder zuhause.
 
Ich bewundere die Willenskraft und die Moral jedes einzelnen Teilnehmers und ich danke Euch für diese Tour, das war große Klasse heute!
Also, dann bis zum nächsten Jahr wieder nach dem Motto: „Wenn das Wetter Pause macht, greifen wir wieder an – oder?“
 
Andreas Richter